Kammerbewegung

Pflegekammer Hessen 2019 – das ist unser Ziel!

Bis 17. August 2017 sammelt der Landespflegerat noch online Unterschriften von Pflegefachpersonen, um die Erreichtung einer Landespflegekammer auch in Hessen ins Leben zu rufen.

Warum und woran es noch fehlt, erklärt der Pflegeratschef und Vizegeschäftsführer des DBfK Südwest, Frank Stricker.

Welche Ziele verfolgen der Landespflegerat und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südwest mit diesem Aufruf für eine Petition an den Hessischen Landtag?

Wir möchten 2019 eine Pflegekammer in Hessen etabliert sehen, und zwar auf Grundlage des hessischen Heilberufsgesetzes. Beruflich Pflegende sollen auch dort eine selbstverwaltete Interessenvertretung erhalten, die ihnen mehr Rechte in ihrer Berufsausübung und mehr Einfluss im Gesundheitswesen garantiert.

Hat das schwarz-grüne Regierungsbündnis in Hessen aus Ihrer Sicht bisher zu wenig getan, um den Bedarf für eine Pflegekammer im Land zu ermitteln und Ihr Anliegen

voranzutreiben?

Definitiv. In ihrem Koalitionsvertrag 2014 bis 2019 haben CDU und Grüne versprochen, die Einführung einer Pflegekammer unter Beteiligung der Betroffenen prüfen zu wollen. Hier ist bislang noch nichts geschehen.

Warum wird der Landespflegerat gerade jetzt aktiv?

Die Gesundheits- und Sozialministerien in den Ländern beobachten die Entwicklung der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz sehr aufmerksam, das ist doch klar. Dort ist die geballte Fachexpertise einer Pflegekammer mittlerweile bundesweit zu erleben und wahrzunehmen. In Rheinland-Pfalz ist schon vieles bewegt worden. Ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Gesundheitsministerien in den Ländern nachziehen und von sich aus eine Pflegekammer fordern. Keiner möchte hier das Schlusslicht sein. Hessen war in der anfänglichen Debatte um eine eigenständige Berufsvertretung für Pflegende sogar Vorreiter mit seinem Positionspapier des Fachbeirats zur Pflegekammer.

Wie viele Unterstützer bräuchte der Pflegerat für seine Petition, damit sich der Landtag damit beschäftigen muss?

So viele wie möglich. Wir haben uns selbst eine recht hohe Hürde von 15.000 Unterschriften gesetzt.

Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten der Petition ein? Der CDU und ihrem Sozialminister Stefan Grüttner scheint das Anliegen nicht sonderlich wichtig zu sein. Bei den Grünen finden sich mehr Unterstützer.

Die Stimmung in Hessen hat sich von mehr oder weniger offener Ablehnung hin zu Interesse gewandelt. Das ist gut so! Wir werden als Landespflegerat noch in diesem Jahr einen parlamentarischen Abend ausrichten, um uns mit der Landespolitik auszutauschen und über die bisherigen Erfahrungen mit der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz zu informieren.

Den Aufruf finden Sie auf folgendem Onlineportal

Autor: Uwe Lötzerich

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